Christenlehre

Wöchentlich treffen sich die Kinder in einer festen Gruppe (entsprechend ihrer Altersstufe) zur Christenlehre. Nach dem Ankommen auf dem Gelände unserer Kirchengemeinde, wo die Kinder Ballspielen und sich austoben, treffen wir uns zur Teerunde. Alle sitzen am gedeckten Tisch. Wir beginnen gemeinsam mit einem Tischspruch oder Tischgebet. Bei Tee, Keksen oder Obst können die Kinder erzählen, was sie in dieser Woche am meisten bewegt hat. Für das Geburtstagskind wird eine Kerze angezündet und wir singen das Segenslied. Eine Kerze zum Mitnehmen darf ausgesucht werden.

Nach der Teerunde wechseln wir meist in den Stuhlkreis, wo inhaltlich-thematisch gearbeitet wird: Die Kinder hören Geschichten der Bibel oder setzen sich methodisch sehr verschieden mit einer Thematik auseinander. Durch Malen, Singen, Basteln, Spielen können sie ihre Phantasie und Kreativität entfalten und die Geschichten oder die Themen auf unterschiedliche Weise verinnerlichen und verarbeiten.

Wichtig in der Christenlehre sind auch Übungen der Stille, des Zu-sich-selbst-Findens. Bei allem was wir tun, gibt es klare Regeln für unser Zusammensein. Diese Spielregeln sind den Kindern sehr wichtig und werden immer wieder eingefordert, falls jemand diese Regeln verletzt.

Gegen Ende der Stunde versammeln wir uns um eine Kerze zur Segensrunde. Die Kinder können noch etwas loswerden, was sie bedrückt; sie können an jemand Gottes Segen schicken, der ihn dringend braucht, oder in aller Stille ein Bild von einem Verstorbenen an die Segenskerze legen. Mit dem Vaterunser und dem Segenslied endet die Stunde.

Für mich als Katechetin ist wichtig, dass die Kinder ein Übungsfeld für ihren Glauben bekommen und über Glaubensdinge Bescheid wissen. Ihre Sorgen und Nöte sollen sie auf verschiedene Weise ausdrücken können, damit ihre kindliche Seele entlastet wird.

Ich möchte ihnen Gemeinschaft in einer Gruppe ermöglichen, wo Vertrauen wachsen kann. Die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Verhaltensweisen gehört dazu, wobei jeder versucht, den Anderen so zu akzeptieren, wie er ist. Wir suchen gemeinsam nach Ausdrucksformen für Wut und Aggressionen, ohne einander zu verletzen.

Ein besonderes Erlebnis für die Kinder der 5./6. Klasse ist das Krippenspiel, das sie mit großem Engagement am 24.12. in der Kirche aufführen. Das Spiel stärkt ihr Selbstwertgefühl. Die Kinder tun etwas für die Gemeinde - sie sind die Überbringer der freudigen Botschaft: »Euch ist heute der Heiland geboren«.

Ute Furkert